Montag, 14. April 2014

Tödliches Versprechen (Boston Police #2) - Jane Luc


Tödliches Versprechen - Boston Police #2
Jane Luc
RomanticThrill
bookshouse-Verlag
Erschienen Januar 2014
274 Seiten, Paperback, auch als eBook erhältlich

Mit ihrem RomanticThrill "Tödliches Versprechen - Boston Police #2" liefert Jane Luc ein Buch ab, das sich in hohem Maße durch einen tollen Schreibstil und eine glaubhafte, gut dargestellte Geschichte auszeichnet.

Es handelt sich um den Folgenband Boston Police #1, kann jedoch ohne Probleme ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden.

Josh, smarter und gutaussehender Polizist in Boston, trifft Hannah, Ärztin im Krankenhaus, schüchtern und zurückhaltend, eher reserviert. Doch Josh ist so fasziniert von Hannah, dass er immer wieder ihre Nähe sucht, Einladungen ausspricht und versucht, ihr näher zu kommen. Trotz eines aktuellen Falls, in dem zwei Kollegen von Hannah umgebracht wurden, versucht er immer wieder, sie zu sprechen oder mit ihr zu telefonieren. Letztendlich ist sein Werben auch von Erfolg gekrönt, denn Hannah stimmt tatsächlich einer Verabredung zu. Sein Feingefühl lässt ihn die Sache behutsam angehen, was sich im Laufe des Buches auch als vorteilhaft herausstellt.

Hannah wird von Griffin verfolgt, er ist ein Stalker, der systematisch versucht, Hannah und ihr Leben zu zerstören. Doch bis sie dies bemerkt und Josh um Hilfe bittet, dauert es. Dieser muss nun den schmalen Grat überwinden, zum einen den Fall der zwei ermordeten Ärzte zusammen mit seinem Partner Dom abzuschließen und den Täter dingfest zu machen und zum anderen Hannah zu schützen.......

Dieses Buch hat alles, was ein RomanticThrill benötigt, eine stimmige Geschichte, die den Leser fordert und einen Spannungsbogen, der sich von Seite zu Seite weiter aufbaut, bis ein furioses Finale bevorsteht.

Die Protagonisten sind sympathisch, lebensnah, facettenreich und interessant, liebevoll werden auch kleine Details beachtet und das Umfeld der beiden Hauptpersonen Josh und Hannah wird nach und nach auf beruflicher und familiärer Ebene dargestellt. Der Leser lebt und leidet mit den Beiden bis zur letzten Seite.

Auch die Beschreibung der Polizeiarbeit ist gut und verständlich und entspricht den tatsächlichen Arbeiten im Bereich der Polizei, hier macht sich die sehr gute Kenntnis von Jane Luc bezahlt.

Ein gelunges Buch mit tollen Figuren und einem immer wieder aktuellen Thema (Stalking) , daher von mir hierfür 5 Sterne :-)

Danke Jane Luc und bookshouse, dass ich dieses Buch lesen durfte

Bildquelle: www.bookshouse.de

Samstag, 12. April 2014

Ein Gespür für Mord - Detective Daryl Simmons 1. Fall - Alex Winter


Ein Gespür für Mord - Detective Daryl Simmons 1. Fall
Alex Winter

Details zum Buch
Erschienen: Feb. 2013
288 Seiten
bookshouse-Verlag

erhältlich als Taschenbuch oder eBook

In seinem Krimi Ein Gespür für Mord - Detective Daryl Simmons 1. Fall entführt uns der Autor Alex Winter nach Australien.

Daryl Simmons, ein Detective bei der australischen Polizei hat einen Termin bei seinem Chef Inspector Garratt. Diesem liegt sein Kündigungsschreiben vor. Garrett nimmt die Kündigung nicht an und erklärt Simmons, dass er ihm Urlaub gewährt und ihn zu einem Freund schickt, der eine Rinderstation im Westen Australiens hat. Dort ist ein Mitarbeiter an einem Billabong verschwunden, es wird von einem einäugigen Krokodil erzählt und die Aborigines schweigen. Dies wird sicher ein interessanter Urlaub werden.

Simmons begibt sich auf die Rinderstation von Matin Barrow, dessen Vorabeiter und Pilot verschwunden ist und übernimmt dessen Arbeiten. Gleichzeitig macht er sich daran, dass Geheimnis um den Verschwundenen zu lösen. Mit viel Feingefühl und seinen Fähigkeiten gelingt es Simmons, der Lösung des Falles immer näher zu kommen.

Besonders hilfreich ist dabei, dass er als Junge bei einem alten Aborigine viel über die Sitten, Gebräuche und den Glauben der Schwarzen gelernt hat und auch in der Lage ist, dieses Wissen anzuwenden. In mehreren Situationen gelingt es ihm, sich hierdurch die Anerkennung der auf der Rinderfarm arbeitenden Aborigines zu erarbeiten, denn diese trauen den Weißen nicht. Nach und nach fügt Simmons ein Puzzel zusammen, bei dem Ehre, Geschwisterliebe, Glaube der Aborigines, Dreamings, Totemtiere und Vergangenheit eine Rolle spielen.

Dieses Buch ist der Auftakt einer Reihe um Daryl Simmons, der von seinem Chef wegen seiner besonderen Fähigkeiten auf ungewöhnliche Fälle angesetzt wird.

Daryl ist ein symphatischer Protagonist, aufgrund seiner Fähigkeiten bildet er die Brücke zwischen den Weißen und den Aborigines in Australien und ist in der Lage, sich in die Welt der Ureinwohner hinein zu versetzen. Mit Verstand, Gefühl, Herz und Geduld löst er seinen Fall, dabei kommt es nicht darauf an, wie lange er für die Lösung benötigt. Er achtet die Kultur und den Glauben der Aborigines, ist intelligent und erfolgreich.

Der Schreibstil von Alex Winter ist mitreissend, er schildert Australiens Natur, die Arbeit auf der Rinderstation, die Verhaltensweisen der einzelnen Beteiligten sehr anschaulich und einfühlsam. Dabei fließen auch immer wieder geschichtliche Aspekte in die Geschichte ein, wie die Trennung der Kinder von ihren Eltern, um sie an die "weiße" Welt anzupassen und die sich hieraus ergebenen Verluste von Tradition und Glauben, ebenso wie der Verlust von Eigenständigkeit. Die Unterscheidung in zwei Klassen wird in diesem Buch deutlich, jedoch legt Alex Winter seinen Schwerpunkt darauf, den Leser in die geheimnisvolle und atemberaubende Welt der Aborigines zu entführen und einen kleinen Einblick zu gewähren. Gepaart mit einem außergewöhnlichen Kriminalfall ist dies ein sehr lesenswertes Buch.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und die Folgebände sind bereits in meiner Liste vorgemerkt.

Bislang liegen vier Bände vor, der fünfte Band ist in Vorbereitung.

5 Sterne für einen Krimi, der mit einer guten Story und verschiedenen Aspekten des Lebens in Australien aufwarten kann.


Freitag, 11. April 2014

Die Illusion des Getrenntseins - Simon van Booy


Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (14. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345817592X
ISBN-13: 978-3458175926

In seinem Roman Die Illusion des Getrenntseins zeigt Simon van Booy auf eindrucksvolle Art an einem Beispiel auf, wie das Leben einiger Menschen für immer in Verbindung ist, obwohl es ihnen nicht einmal bewusst ist.

Das Buch, dessen einzelne Kapitel in Lebensabschnitte verschiedener Protagonisten gegliedert ist, beginnt mit Martin in Los Angeles im Jahr 2010. Martin arbeitet inzwischen in einem Seniorenheim und beobachtet alle Menschen, die dort untergebracht sind. Er hat mit sechs Jahren erfahren, dass er nicht das leibliche Kind seiner Eltern ist, doch seine Eltern, die in Frankreich eine Bäckerei betrieben hatten und nun ein Café haben, haben immer für ihn gesorgt und ihn nie alleine gelassen. Doch eigentlich ist er ein Findelkind, niemand kennt seinen Vater oder seine Mutter. Eines Tages bereitet Martin den Speisesaal für einen Empfang eines neuen Mitbewohners vor, Mr. Hugo zieht ein. Während der Vorbereitungen überdenkt er nochmals sein bisheriges Leben und stellt fest, das das Leben der Menschen miteinander verbunden und verwoben ist. Als die Feier mit Mr. Hugo beginnen soll, betritt dieser den Speiseraum und stirbt.

Mit dieser Einleitung entwickelt Simon van Booy eine Geschichte um die Herkunft Martins, die im besetzten Frankreich zum Ende des zweiten Weltkrieges beginnt und mit dem Tod von Mr. Hugo das Ende findet.

Mr. Hugo ist nicht der, für den er sich ausgibt, John, ein ehemaliger britischer Kampfpilot, der über Frankreich abstürzt, seine Enkelin Amalia, die seit Jugend blind ist, Danny, der kleine schüchterne Nachbarsjunge von Mr, Hugo, der zu einem gefeierten Regisseur in den USA aufsteigt., Pascal der Bäcker, der eine junge Frau mit einem Kind im Arm vor den deutschen Soldaten versteckt und das Kind als seinen Sohn Martin ausgibt.

All diese Personen fügen im Roman ein Puzzelteilchen bei zu der Geschichte um Martin, alle sind auf die eine oder andere Weise daran beteiligt, dass Martin das geworden ist, was er ist und dass er in Pascal und seiner Frau Eltern gefunden hat, die ihn großzogen und ihm all ihre Liebe gegeben haben. Die Schicksale jedes Einzelnen in einer Welt, die sich vom zweiten Weltkrieg bis ins Jahr 2010 zieht, wunderbar erzählt, zeigt dabei auf, dass Menschlichkeit siegt und dass jeder Einzelne zum Glück beigetragen hat, ohne davon zu ahnen. Und es wird aufgezeigt, dass Schicksale und Lebenswege verschiedener Menschen verwoben sind, ohne dass sie die näheren Zusammenhänge ahnen.

Eine wunderbare, einfühlsame Geschichte, sehr schön lesbar geschrieben und nachvollziehbar dargestellt, nachdenklich und doch ermutigend.

Dieser Roman erhält von mir 5 Sterne

Bildquelle www.amazon.de
Die I

Dienstag, 8. April 2014

Watcher. Ewige Jugend (Die Niemandsland-Trilogie, Band 1) -Nadine d' Arachart/ Sarah Wedler


Nadine d' Arachart und Sarah Wedler entführen den Leser in dem ersten Band ihrer Niemandslands - Trilogie in das London der Zukunft.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist erheblich, die Reichen leben abgeschottet in Prunkt und Glanz, lassen ihre Kinder durch Watcher beschützen und genießen es, noch mehr Geld und noch mehr Ruhm zu erlangen.

Die Armen leben in den Arbeitervierteln, die Banlieue der Zukunft, dunkel, dreckig, unheimlich, nur Arbeit, Alkohol und Schlaf, Diebstahl, Hunger.

Und dann gibt es noch Niemandsland, karg, ärmer als arm und nach den Beschreibungen im Buch, die "Dritte Welt" von übermorgen.

In dieser Welt ist Jolette zusammen mit ihrer Hündin Mali ein Watcher für ein Kind; sie bewacht Patience Tag und Nacht, sie braucht keinen Schlaf, kein Essen, keine normalen Dinge, ihr ganzes Sein ist darauf ausgerichtet, dafür zu sorgen, dass Patience nichts passiert. Sie wurde zum Wächter ausgebildet, hat einen Chip, der nur funktioniert, wenn sie nicht zu lange von dem Kind getrennt ist und sie hat keine Vergangenheit , keine Gefühle, keine Sehnsüchte. Sie kennt nur ihre Aufgabe.

Doch eines Nachts tauchen Cupids auf, Kinderräuber, die Patience entführen wollen. Bei ihrem Kampf gegen die Cupids eilt ihr ein junger Mann zur Hilfe, Cy, der ihr erklärt, er sei auch ein Watcher, ebenfalls für Patience. Jo misstraut ihm zuerst, doch sie stellt fest, dass es hilfreich ist, mit zwei Watchern die Sicherheit von Patience zu garantieren.

Nach der versuchten Entführung versucht Jo, Patience in Sicherheit zu bringen und damit beginnt eine Reise, quer duch diverese Metropolen Europas, alle ähnlich aufgebaut, jede mit neuen Hindernissen für Jo, Cy und Patience. Und die Cupids kommen näher und näher, sie scheinen immer zu wissen, was gerade passiert und wo sich die Watcher mit Patience befinden,

Ein Wettlauf beginnt und als die Watcher denken, Patience ist in Sicherheit, passiert etwas Unglaubliches, womit niemand gerechnet hat........

Mit dem ersten Band der Trilogie gelingt es den Autorinnen, den Leser / die Leserin in eine Welt von morgen zu entführen und eine spannungsgeladene und rasante Geschichte zu bieten, die immer wieder neue Wendungen und Ereignisse präsentiert. Immer wenn man glaubt, man kommt den Geheimnissen und Fragen ein Stück näher, ändert sich die Richtung und man muss weiterlesen, denn man will wissen, was als nächstes passieren wird.

Ein gelungener Fantasy Roman, der alles beinhaltet, was man sich wünschen kann. Dazu noch, das muss hier auch angemerkt werden, kann der aufmerksame Leser Tendenzen erkennen, die uns eine Zukunft präsentieren, die so sicher nicht gewollt sein kann, jedoch möglich erscheint, wenn man die heutige Zeit und die Geschehnisse als Ausgangspunkt betrachtet. Eine kritische Betrachtung, die dem Buch jedoch keinerlei Abbruch tut, sondern vielmehr dafür sorgt, dass man sich ein wenig mit den Fragen, die sich um die Zukunft drehen, auseinander setzen kann, aber nicht muss.

5 Sterne deluxe :-) und bald den zweiten Band

Danke an Nadine d' Arachart und Sarah Wedler, dass ich diesen wunderbaren Beginn der Trilogie mitlesen durfte, ich werde gespannt auf die beiden anderen Teile warten, bitte beeilt euch :-)

Bildquelle www.amazon.de

Montag, 7. April 2014

RETREAT: PANDEMIE - Craig DiLouie


eBook 184 Seiten
Luzifer-Verlag

In seinem Roman RETREAT: PANDEMIE führt der Autor den Leser in ein Szenario ein, dass schlimmer nicht sein kann.

Seit 49 Tagen besteht in Boston Quarantäne, Menschen haben sich mit einem Virus infiziert, der sie zu Klowns macht, zu lachenden Mördern und Häschern, denen es Spaß bereitet, Menschen zu verfolgen, zu foltern, zu infizieren. Niemand kennt den Grund der Infektion, doch diese breitet sich rasend aus.

Anhand zweier parallel laufender Handlungsstränge wird die Zuspitzung der Situation geschildert.

Wade, ein Soldat, der bereits in Afghanistan gedient hat, wird beauftragt, das Krankenhaus aufzusuchen und alle Infizierten zu erschießen. Er hat Bedenken, doch letztendlich spitzt sich die Situation im Krankenhaus so zu, dass er töten muss und letztendlich als einziger überlebt. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Einheiten seiners Batallions. Durch eine Stadt mit Infizierten, die neue Opfer suchen, auf dem Weg ins Verderben oder auf dem Weg zum Rest seiner Einheit....

Der leitende Offizier Pierce, der an einem Kommandostand über Videoübertragungen die Entwicklungen verfolgt, kann die Befehle und die Handlungen nicht mehr vor sich vertreten und erschießt sich in seinem Büro. Ersetzt wird er duch Lee, der alle Mittel und Soldaten zu einen versucht und einen Plan hat, wie er die noch Lebenden, nicht Infizierten retten kann.

Zu Beginn des Romanes fällt es schwer, sich in die beiden Handlungsstränge einzufinden, doch dies wird nach einigen Kapiteln besser. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, daher wird der Lesefluss doch gelegentlich unterbrochen,. Der Schreibstil von Craig DiLouie ist eindringlich, teilweise auch schonungslos, nie jedoch brutal. Es finden sich einige Splatterszenen in dem Buch, diese jedoch halten sich in Grenzen. Vielmehr zeigt DiLouie einen verzweifelten Kampf einer Minderheit an Soldaten und nicht infizierten Nationalgardisten gegen eine übermachtige , teilweise organisierte Horde von Infizierten.

Im gesamten Buch bleibt unklar, wie es zu der Infektion kommen konnte, woher die Infektion kommt, ob sie biologisch oder chemisch ist. Hier hat der Leser die Möglichkeit seine eigenen Gedanken schweifen zu lassen. Im Vordergrund steht die militärische Aktion, diese ist glaubhaft und gut dargestellt, auch die Rückblenden in einigen Sequenzen auf die Kriegsführung in Afghanistan ist gut gestaltet. Das offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen, die dann einige Fragen und mögliche Unstimmigkeiten beantworten könnte.

Wegen der für mich vorliegenden kleinen Unstimmigkeiten, der fehlenden Erklärungen zur Vorgeschichte der Infektion und des schwierigen Einstiegs mit den zwei Handlungssträngen vergebe ich für das Buch 4 von 5 Sternen.

Bildquelle: www.LUZIFER-Verlag.de

Sonntag, 6. April 2014

Ich und die Menschen - Matt Haig



Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423260149
ISBN-13: 978-3423260145


In seinem Buch "Ich und die Menschen" entführt Matt Haig den Leser in die Besonderheiten der Menschen und das ist zum Teil skurril, lustig, nachdenklich und meist mit viel Wahrheit erzählt.

Aus der Ich- Perspektive erzählt, erlebt der Leser die Irrungen und Wirrungen des Wesens, dass nach dem Tod der Mathematik Professors Andrew Martin seinen Platz einnimmt, um zu verhindern, dass dessen Entdeckung einer bislang unbewiesenen These dazu führt, dass die Menschheit nicht zu schnell fotschreitet.

Alles in der Welt der Menschen ist dem "neuen" Andrew zuwider, nichts macht für ihn einen Sinn, Er sieht den Planten Erde als den Planet der Verpackung, Nahrung in Folie, Körper in Kleidung, Verachtung in Lächeln verpackt. Eine niedere Lebensform mit äußerst merkwürdigen Eigenschaften. Doch er macht sich an seine Aufgabe und sorgt dafür, dass die Unterlagen, die Andrew in seinem Büro hat, gelöscht werden und denkt somit sei seine Aufgabe erfüllt.

Doch die Moderatoren, sozusagen die Herrscher in Vonnandaria, erklären ihm, dass er Andrews Frau Isobel und seinen Sohn Gulliver umbringen muss, um zu vermeiden, dass auch nur ein Rest seiner Forschungen ans Licht kommen kann. Doch je länger der "neue" Andrew auf der Erde bleibt, umso mehr wird deutlich, dass er diesen Auftrag nicht erfüllen kann, denn es geschieht etwas, womit er nicht gerechnet hat, er entdeckt die Menschlichkeit, die Gefühle und einen Sinn im Leben der Menschen.

Mit dem Buch gelingt es Matt Haig, in einem sehr schönen, flüssigen und gut lesbaren Schreibstil ein Bild der Menschen in der heutigen Zeit zu skizzieren, mit dem sich der Leser durchaus in der ein oder anderen Situation identifizieren kann. Der Schreibstil von Haig sorgt dafür, dass man bildhaft in das Geschehen eindringen kann und macht somit die Protagonisten des Romanes liebenswert.

Es gelingt ihm, nur anhand der Geschichte um Andrew und seine Familie dazulegen, was einen Menschen ausmacht, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Humor und Tiefgang, der beim Lesen zum Nachdenken anregt.

Die Aufteilung in drei Teile ist gelungen, denn so kann man erkennen, wie sich die Einstellung des Vonnandrianers vom Beginn bis zum Ende des Buches ändert, besonders im zweiten Teil sind doch viele psychologische Tiefen enthalten, die verdeutlichen, wie und was den Menschen ausmacht.

Das Cover ist passend zum Thema des Romans gewählt, ein einsamer Mann mit einem Hund betrachtet die Welt von außen, so wie dies im Roman auch geschieht.

Insgesamt finde ich, dass es sich hier um einen gelungenen Roman handelt, der nicht im Bereich SciFi anzusiedeln ist, es ist ein Roman über den Menschen, mit Philosophie und Psychologie und Literatur, die ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.

Daher von mir volle 5 Sterne

Bildquelle: www.amazon.de

Dienstag, 1. April 2014

Yehosuah ben Josef - Die Chronisten - Scott Jenkins



Scott Jenkins - Yehosua ben Josef - Die Chronisten
Zeugen der Zeit
bookshouse Verlag
348 Seiten, ebook, Paperback


Mit seinem Buch Yehosua ben Josef - Die Chronisten gelingt es Scott Jenkins, zwei zentrale Themen miteinander zu verbinden.

Das eine, sehr zentrale Thema in diesem Buch ist die Frage, ob Zeitreisen möglich sind und wie.

Mit dieser Frage beschäftigen sich die vier Protagonisten dieses Buches, Ross, Enkel von Professor Devlin, der in der Vergangenheit die Thesen belegt hat, aber dem niemand Glauben schenken wollte, Janet eine Studienkollegin, die sich mit alten Sprachen auskennt, Alex und Steve, Asse in verschiedenen Gebieten der Physik. Anlass ist das Geschenk von Professor Devlin kurz vor seinem Tod an seinen Enkel, ein hochverschlüsseltes Kästchen, in dem sich Informationen zur Möglicheit der Zeitreise befinden.

Im ersten Teil des Buches erlebt der Leser die Arbeiten der Protagonisten, die neben der Herstellung einer Maschine, mit der man Zeitreisen absolvieren könnte, auch die historischen Elemente berücksichtigt, die in der Vergangenheit zu beachten sind. Von hygienischen Verhältnissen über Sprachen bis hin zur Kleidung wird viele zu beachten sein.

Die vier Protagonisten arbeiten intensiv an der Maschinen und mithilfe von Forschungsgeldern, Preisgeldern und privatem Vermögen gelingt es ihnen, die erforderlichen Teile und Materialien zu beschaffen und herzustellen. Nach erfolgreichen Probeläufen, die bestätigen, dass Zeitreisen möglich sind, wird nun nach einem Ziel gesucht, welches zuerst besucht werden soll.
Ross, Alex, Steve und Janet erstellen eine Liste mit fünf berühmten Persönlichkeiten, die besucht werden sollen. Die Persönlichkeit, die die meisten Nennungen erhält , soll mithilfe einer Zeitreise besucht werden und ein Teil des Lebens soll dokumentiert werden. Die Wahl fällt auf Jesus

Und hier beginnt das zweite zentrale Thema dieses Buches, eine Zeitreise in das alte Jerusalem beginnend vor der Geburt Christi und bis zur Auferstehung. Nahe an der biblischen Überlieferung erfährt der Leser viele interessante Details über die damalige Zeit, die Verhältnisse zwischen den Juden und den Römern, die Wirkung des Messias auf die Menschen in der Zeit und auch über die sonstigen Begebenheiten. Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Darstellung der damaligen Zeit oder die Beschreibung der Geschehnisse um Jesus übertrieben oder blasphemisch, so dass die beiden Themen sehr gut in dem Buch harmonisieren.

Scott Jenkins gelingt es mit diesem Buch, zwei Bereiche zu verbinden, die man in der Gestalt sicher noch nicht oft lesen durfte. Die Frage, ob und wie Zeitreisen möglich sind und wie die Welt auf diese reagiert, verbunden mit einer religiösen Sicht in eine Zeit, die viele Christen nur aus der Bibel und dem Religionsunterricht kennen.

Ein sehr guter SciFi Roman, mit einem Hauch Fantasy und menschlicher Geschichte und menschlichem Glauben, in einem sehr gut lesbaren und interessanten Schreibstil, der auch Nichtphysiker und Nichtgläubige in den Bann zieht. Eine gelungene Symbiose von Themen, die damals wie heute und auch in der Zukunft eine Rolle spielen werden.

Daher von mir für dieses Werk volle fünf Punkte.

Mein Dank geht an Scott Jenkins und den bookshouse Verlag, die mir das Lesen dieses Buches ermöglicht haben.

Bildquelle: www.bookshouse-verlag.de