Zitat des Tages

Donnerstag, 15. Mai 2014

Das ultimative Spiel - Christine Doyle


Format: Kindle Edition
Dateigröße: 566 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 354 Seiten
Verlag: neobooks Self-Publishing (30. April 2014)

In ihrem Thriller "Das ultimative Spiel" entführt die Autorin Christine Doyle den Leser in die Zukunft.

Alles beginnt im Juni 2095, der Bürgermeister von New York wird in einem mittelmäßigen Hotel ermordet und mit einem Zinken gezeichnet. Der einzige Zeuge ist ein kleiner Roboterkäfer, der für die ordnungsgemäße Reinigung des Teppichs zuständig ist. Die Polizeichefin von New York bittet die Privatdetektivin Tini um Mithilfe bei der Lösung des Falles, denn vor dem tatsächlichen Mord wurde die virtuelle Figur des Bürgermeisters in dem Onlinespiel "Das ultimative Spiel" genau auf diese Art und Weise getötet und ermordet. Die Teilnahme am Ultimativen Spiel ist anonym, nur die Mitglieder der Stadt und der Polizei, die verpflichtet sind, an dem Spiel teilzunehmen, sind allen Mitspielern bekannt.

Tini nimmt sich nur ungern des Falles an, denn sie kommt nicht gut mit der Polizeichefin aus, ist jedoch auf sie angewiesen, denn sie verlängert die Lizenz als Privatdetektivin. Um zu kären, wer für den Mord am Bürgermeister verantwortlich ist, muss Tini sich in der virtuellen Welt umsehen und dabei auch Hilfe in Anspruch nehmen, denn sie ist an einen Rollstuhl gefesselt. Sie leidet an der Glasknochen-Krankheit und hat in ihrer großzügig geschnittenen Wohnung Hilfe von einem Pflegeroboter. Auch ihre Computeranlage ist außergewöhnlich, sie hat ihren Computer teilweise mit dem Gehirn ihres brillianten, verstorbenen Vaters aufgerüstet.

Unter Zuhilfenahme ihrer Mitarbeiter versucht Tini, herauszufinden, wie es zu dem Mord kommen konnte. Diese Aufgabe ist nicht einfach zumal nunmehr, nach dem Tod des Bürgermeisters, die Polizeichefin das nächste Opfer im Spiel werden soll.

In verschiedenen Bereichen, mit Hilfe von ihren vier Mitarbeitern und ihres Computers ermittelt Tini nicht nur im Fall des Bürgermeisters und der Polizeichefin, sondern auch noch in anderen interessanten Fällen. Eine Täterin ist scheinbar schnell gefunden, jedoch ist es außerordentlich schwer, dieser die Tat nachzuweisen. Dazzu kommt noch, dass die Polizeichefin der möglichen Täterin zuvorkommen will und Jagd auf diese macht und versucht, sie umbringen zu lassen.

Über einen Zeitraum von beinah einem Jahr verfolgt Tini die Täterin und letztendlich gelingt es ihr, einen Nachweis für den Mord am Bürgermeister zu erlangen, jedoch kann das Ergebnis der Recherchen und Ermittlungen nicht dazu führen, dass der Mörder der gerechten Strafe zugeführt wird.

Die Protagonisten sind gut gezeichnet, Tini mit ihren körperlichen Einschränkungen ist sympathisch, teilweise leidet man mit ihr, wenn sie unter schweren Schmerzen versucht, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Auch die Mitarbeiter, die ihr bei den Ermittlungen zur Seite stehen, werden interessant und eigenwillig beschrieben, jeder hat besondere Fähigkeiten und ein Spezialgebiet.

Die Geschichte entwickelt sich langsam, zeichnet eine zukünftige Welt, in der virtuelle und reale Welt benahe miteinander verschmelzen und teilweise vergessen Menschen ihr Leben in der realen Welt. Die Zukunft wird einerseits interessant dargestellt, mehr weltweite Vernetzung, mehr Nutzen bei den Robotern, mehr Möglichkeiten, die Computer intelligenter zu machen und sie besser zu nutzen. Die virtuelle Welt ist bei jedem im Haus, Reisen werden eigentlich unnötig und der Realitätsverlust ist sozusagen vorprogrammiert. Aber auch die Kriminalität, die Tötungsdelikte, die Kluft zwischen Reich und Arm wird größer werden, die Forschung geht Wege, die man sich heute in der Form noch nicht vorstellen kann oder mag.

Fazit:

Insgesamt ist dies ein interessanter Thriller, ungewöhnlich, jedoch durchaus lesenswert, eine Option der Zukunft, mit der man sich anfreunden kann, aber nicht muss und der einem zum Nachdenken anregt, ob man sich vorstellen kann, in solch einer Welt leben zu können oder zu wollen.

Der Schreibstil ist gut und flüssig, teilweise ist jedoch der Zusammenhang zu der Ermittlung im Mord um den Bürgermeister nicht so ganz erkennbar, die einzelnen Fälle, die die Protagonistin "nebenbei" annimmt, ziehen sich teilweise etwas in die Länge, wodurch das Lesevergnügen etwas untergeht.
Insgesamt jedoch ein sehr interessantes Buch, das von mir, wegen der genannten "Abwege" und Längen vier Sterne bekommt.

Bildquelle: www.amazon.de