Zitat des Tages

Freitag, 11. April 2014

Die Illusion des Getrenntseins - Simon van Booy


Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (14. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345817592X
ISBN-13: 978-3458175926

In seinem Roman Die Illusion des Getrenntseins zeigt Simon van Booy auf eindrucksvolle Art an einem Beispiel auf, wie das Leben einiger Menschen für immer in Verbindung ist, obwohl es ihnen nicht einmal bewusst ist.

Das Buch, dessen einzelne Kapitel in Lebensabschnitte verschiedener Protagonisten gegliedert ist, beginnt mit Martin in Los Angeles im Jahr 2010. Martin arbeitet inzwischen in einem Seniorenheim und beobachtet alle Menschen, die dort untergebracht sind. Er hat mit sechs Jahren erfahren, dass er nicht das leibliche Kind seiner Eltern ist, doch seine Eltern, die in Frankreich eine Bäckerei betrieben hatten und nun ein Café haben, haben immer für ihn gesorgt und ihn nie alleine gelassen. Doch eigentlich ist er ein Findelkind, niemand kennt seinen Vater oder seine Mutter. Eines Tages bereitet Martin den Speisesaal für einen Empfang eines neuen Mitbewohners vor, Mr. Hugo zieht ein. Während der Vorbereitungen überdenkt er nochmals sein bisheriges Leben und stellt fest, das das Leben der Menschen miteinander verbunden und verwoben ist. Als die Feier mit Mr. Hugo beginnen soll, betritt dieser den Speiseraum und stirbt.

Mit dieser Einleitung entwickelt Simon van Booy eine Geschichte um die Herkunft Martins, die im besetzten Frankreich zum Ende des zweiten Weltkrieges beginnt und mit dem Tod von Mr. Hugo das Ende findet.

Mr. Hugo ist nicht der, für den er sich ausgibt, John, ein ehemaliger britischer Kampfpilot, der über Frankreich abstürzt, seine Enkelin Amalia, die seit Jugend blind ist, Danny, der kleine schüchterne Nachbarsjunge von Mr, Hugo, der zu einem gefeierten Regisseur in den USA aufsteigt., Pascal der Bäcker, der eine junge Frau mit einem Kind im Arm vor den deutschen Soldaten versteckt und das Kind als seinen Sohn Martin ausgibt.

All diese Personen fügen im Roman ein Puzzelteilchen bei zu der Geschichte um Martin, alle sind auf die eine oder andere Weise daran beteiligt, dass Martin das geworden ist, was er ist und dass er in Pascal und seiner Frau Eltern gefunden hat, die ihn großzogen und ihm all ihre Liebe gegeben haben. Die Schicksale jedes Einzelnen in einer Welt, die sich vom zweiten Weltkrieg bis ins Jahr 2010 zieht, wunderbar erzählt, zeigt dabei auf, dass Menschlichkeit siegt und dass jeder Einzelne zum Glück beigetragen hat, ohne davon zu ahnen. Und es wird aufgezeigt, dass Schicksale und Lebenswege verschiedener Menschen verwoben sind, ohne dass sie die näheren Zusammenhänge ahnen.

Eine wunderbare, einfühlsame Geschichte, sehr schön lesbar geschrieben und nachvollziehbar dargestellt, nachdenklich und doch ermutigend.

Dieser Roman erhält von mir 5 Sterne

Bildquelle www.amazon.de
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