Zitat des Tages

Dienstag, 22. April 2014

Memorex - Nicole Stanzl


In ihrem Thriller Memorex beschäftigt sich die Autorin Nicole Stranzl mit der Frage, ob es ein Medikament geben kann, das das alte Gedächtnis löscht und neue Erinnerungen suggerieren kann.

Im Prolog erfährt der Leser über einen Jungen unglaubliche Dinge, er ist verletzt, verstört, ängstlich, verschämt und er wurde missbraucht. Es ist kein Ausweg in Sicht, es gibt nur Leere.

Innerhalb der Geschichte lernt der Leser mehrere Protagonisten kennen, einen Arzt, der scheinbar mit Patienten arbeitet, die unter Flashbacks leiden und denen er Medikamente verabreicht, die noch nicht zugelassen sind. Einen Reporter, Kevin, der sich mit einer Serie von brutalen Kindermorden beschäftigt, John, den Polizisten, der unter Ausfällen leidet und seinen Kollegen Tyler, der sein einziger Freund zu sein scheint. Der Chef, der in der organisierten Kriminalität alle Fäden in der Hand hat, Prostitution, Menschenhandel, Drogenhandel und Forschungsprojekte mit harter Hand regiert.

Häppchenweise wird der Leser mit Informationen versorgt, das Thema Kindesmissbrauch wird dargestellt und auch die Frage, ob die von dem unbekannten Arzt entwickelte Droge, die das Gehirn auf Null stellt und alle Erinnerungen löschen kann, tatsächlich wirksam ist und was mit den Probanten passiert. Jedes Kapitel stellt ein Puzzelteil dar, das sich erst ab Kapitel 35 langsam zu einem Bild zusammenfügt.

Das Buch hat mir viel abverlangt, ich war mehrfach davor, das Lesen abzubrechen. Die wenigen Informationen, die man in den ersten 35 Kapiteln erhält, die vielen Personen, die immer mal wieder auftauchen, machen es nicht leicht, weiterzulesen. Ab Kapitel 35 wird der Schreibstil flüssiger und es kommt auch langsam die Erklärung der Zusammenhänge. Die gespaltene Persönlichkeit von John, seine Aussetzer, der korrupte Kollege und der Zusammenhang zwischen den bestialischen Kindermorden, die vor ihrem Tod missbraucht wurden.
Der von mir erwartete Grundgedanke, es handelt sich um einen Thriller rund um die Erfoschung eines unbekannten Medikaments ist sicher vorhanden, jedoch nur in Ansätzen im Buch entwickelt. Es ist zu erkennen, welche Auswirkungen das noch nicht fertig entwickelte Medikament hat, jedoch ob und wie die Forschungen vonstatten gehen, mit Ausnahme der Menschenversuche, die illegal sind, wird im Buch nichts weiter ausgeführt.

Der schleppende und teilweise verwirrende Beginn des Buches , bei dem nicht deutlich wird, wer eigentlich die Protagonisten sind sowie der teilweise abrupte Wechsel in der Geschichte hindert den Lesefluss.

Der Schreibstil ist generell ok, jedoch erst ab Kapitel 35 in meinen Augen flüssig zu lesen und damit deutlich besser. Die Geschichte nimmt dann auch Fahrt auf und trotz einiger unerwarteter Wendungen kommt es zu einer Erhöhung des Spannungsbogens. Mehr über die Forschung und Auswirkungen des Medikaments und die dunklen Machenschaften anstelle der ungelösten Kindermorde hätte mir persönlich besser gefallen.

Insgesamt noch vier Sterne, der Abzug kommt durch die umständliche Ladefunktion des eBooks und den für mich recht anstrengenden Beginn des Buches zustande.

Danke an Nicole Stranzl, dass ich das Buch lesen durfte.

Bildquelle : www.lovelybooks.de