Zitat des Tages

Sonntag, 6. April 2014

Ich und die Menschen - Matt Haig



Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423260149
ISBN-13: 978-3423260145


In seinem Buch "Ich und die Menschen" entführt Matt Haig den Leser in die Besonderheiten der Menschen und das ist zum Teil skurril, lustig, nachdenklich und meist mit viel Wahrheit erzählt.

Aus der Ich- Perspektive erzählt, erlebt der Leser die Irrungen und Wirrungen des Wesens, dass nach dem Tod der Mathematik Professors Andrew Martin seinen Platz einnimmt, um zu verhindern, dass dessen Entdeckung einer bislang unbewiesenen These dazu führt, dass die Menschheit nicht zu schnell fotschreitet.

Alles in der Welt der Menschen ist dem "neuen" Andrew zuwider, nichts macht für ihn einen Sinn, Er sieht den Planten Erde als den Planet der Verpackung, Nahrung in Folie, Körper in Kleidung, Verachtung in Lächeln verpackt. Eine niedere Lebensform mit äußerst merkwürdigen Eigenschaften. Doch er macht sich an seine Aufgabe und sorgt dafür, dass die Unterlagen, die Andrew in seinem Büro hat, gelöscht werden und denkt somit sei seine Aufgabe erfüllt.

Doch die Moderatoren, sozusagen die Herrscher in Vonnandaria, erklären ihm, dass er Andrews Frau Isobel und seinen Sohn Gulliver umbringen muss, um zu vermeiden, dass auch nur ein Rest seiner Forschungen ans Licht kommen kann. Doch je länger der "neue" Andrew auf der Erde bleibt, umso mehr wird deutlich, dass er diesen Auftrag nicht erfüllen kann, denn es geschieht etwas, womit er nicht gerechnet hat, er entdeckt die Menschlichkeit, die Gefühle und einen Sinn im Leben der Menschen.

Mit dem Buch gelingt es Matt Haig, in einem sehr schönen, flüssigen und gut lesbaren Schreibstil ein Bild der Menschen in der heutigen Zeit zu skizzieren, mit dem sich der Leser durchaus in der ein oder anderen Situation identifizieren kann. Der Schreibstil von Haig sorgt dafür, dass man bildhaft in das Geschehen eindringen kann und macht somit die Protagonisten des Romanes liebenswert.

Es gelingt ihm, nur anhand der Geschichte um Andrew und seine Familie dazulegen, was einen Menschen ausmacht, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Humor und Tiefgang, der beim Lesen zum Nachdenken anregt.

Die Aufteilung in drei Teile ist gelungen, denn so kann man erkennen, wie sich die Einstellung des Vonnandrianers vom Beginn bis zum Ende des Buches ändert, besonders im zweiten Teil sind doch viele psychologische Tiefen enthalten, die verdeutlichen, wie und was den Menschen ausmacht.

Das Cover ist passend zum Thema des Romans gewählt, ein einsamer Mann mit einem Hund betrachtet die Welt von außen, so wie dies im Roman auch geschieht.

Insgesamt finde ich, dass es sich hier um einen gelungenen Roman handelt, der nicht im Bereich SciFi anzusiedeln ist, es ist ein Roman über den Menschen, mit Philosophie und Psychologie und Literatur, die ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.

Daher von mir volle 5 Sterne

Bildquelle: www.amazon.de