Zitat des Tages

Freitag, 21. Februar 2014

Barrakuda - Christos Tsiolkas




In seinem neuen Roman "Barrakuda" erzählt der Autor Christos Tsiolkas die Geschichte von Daniel Kelly.

In verschiedene Zeitsegmente einteilt, wird der Leser damit konfrontiert, wie stark der Leistungssport und der Ehrgeiz einen Menschen prägen und auch zerstören können,

Daniel Kelly, ein begabter Junge, erhält ein Stipendium für eine Eliteschule, da er ein sehr guter Schwimmer ist. Doch in der Schule ist er, da er aus ärmlichen Verhältnissen stammt und außerdem noch das Kind einer Auswandererfamilie ist, der Außenseiter.

Sein Schwimmtrainer Torma lehrt ihn gleich zu Beginn des neuen Schuljahres, dass er sich nichts gefallen lassen soll.

Dieser Rat wird ihn jedoch im späteren Leben fast alles kosten.

Während der Zeit im Eliteinternat fixiert sich Daniel immer mehr und mehr darauf, dass sein einziges Ziel ist, ein erfolgreicher SChwimmer zu werden und an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Zu Beginn gelingt es ihm auch, erfolgreich zu sein und die anderen hinter sich zu lassen. Er ist fixiert auf den Traum, das Viertel, in dem er lebt, seine Eltern und die ärmlichen Umstände schnellstmöglich hinter sich zu lassen und zur Schwimmelite Australiens zu gehören. Er arbeitet hart und intensiv und wird mehrfach mit ausgezeichneten ersten Plätzen belohnt. Doch im entscheidenden Moment, bei den Pan - asiatischen Jugendspielen, versagt er im Schwimmbecken und wird nur Fünfter. Er bricht hemmungslos weinend und verzweifelt zusammen und alle können dies im TV sehen.

Danach geht es stetig bergab für Daniel. Er ist in der SChule nur noch geduldet, er wird immer weniger akzeptiert und selbst die jüngeren Schüler haben vor ihm Angst, aber nicht, weil er nach wie vor der beste Schwimmer ist, sondern der schlimmste unter allen. Durch sein Verhalten und durch seine mangelhaften Schulleistungen verliert er das Stipendium und beginnt in einem Supermarkt zu arbeiten. Sein Abstieg findet den Höhepunkt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, als er ungebeten zu einem ehemaligen Schul- und Schwimmkollegen zur Party geht und dort, gefrustet und entnervt, verhöhnt und verachtet, dieses schwer verletzt. Nach einem Haftaufenthalt wendet sich sein Leben langsam aber sicher , er lernt, dass er nicht der Verlierer ist, für den er sich immer gehalten hat und dass es Dinge gibt, die wesentlich mehr bedeuten als ein erfolgreicher Schwimmer zu sein.......

Der Roman der sich über einen Zeitraum von fast 20 Jahren zieht und das Leben von Daniel Kelly von der Jugend bis in die 30er wiederspiegelt,

ist interessant, gut zu lesen und fesselnd, teilweise jedoch auch etwas hart. Es wird ein Bild von dem Protagonisten gezeichnet, dem eingeredet wird, dass er schneller, größer, stärker seun muss und sich nichts gefallen lassen darf und sich wehren muss. Verloren in einr Welt, in der nur Herkunft und Leistung zählen, ist er verloren, als er sich selbst verliert. Der Roman zeichnet den beschwerlichen Weg von Daniel Kelly auf, nach einer kurzen Zeit des Ruhmes wieder in der Welt anzukommen. Dieser Weg ist steinig, geht stetig bergab und führt dazu, dass Daniel sich fast aufgibt. Doch es gelingt ihm, mit Hilfe des ehemaligen SChwimmtrainers, seiner Familie und Freunde, sich zu fangen und zu sich selbst zu finden.

Ein eindrucksvoller Roman, in dem deutlich wird, unter welchem Druck Leistungssportler stehen, welche Anforderungen an sie gestellt werden und wie schrecklich es ist, wenn Versagen eintritt. Außerdem wird hier deutlich, mit welchen Ängsten und auch Versuchungen Leistungssportler zu kämpfen haben und welche Opfer gefordert sind, die oftmals über das normale Maß hinausgehen.

Empfehlenswertes Buch, sehr guter Schreibstil, flüssig zu lesen, daher auch 5 von 5 Sternen

Gebundene Ausgabe: 467 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2014)

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