Zitat des Tages

Montag, 10. Februar 2014

Die Frauen von Carcassonne - Kate Mosse



Carcassonne 1942: Jeden Tag spürt die junge Sandrine die Einschränkungen durch den Krieg, doch ihre Lebensfreude lässt sie sich dadurch nicht nehmen. Selbst als sie überfallen wird, versteht sie die angstvolle Aufregung ihrer Freunde nicht: Bevor ihr Schlimmeres passieren kann, kommt ihr der junge Raoul zu Hilfe. Erst als sie erfährt, dass die anderen längst im Widerstand kämpfen, auch Raoul, begreift Sandrine die Gefahr, in der sie schweben ...

In ihrem neusten Buch bringt uns Kate Mosse nach Carcassonne in das Jahr 1942.


Aus drei verschiedenen Blickpunkten werden die Ereignisse des Kriegsjahres 1942 beleuchtet und der Leser wird mitgenommen nach Südfrankreich, zu einer Zeit, in der der Norden bereits kapituliert hat und der Süden noch relativ unbehelligt blieb.

Sandrine, die Protagonistin lebt in einer ruhigen Welt, zusammen mit ihrer Schwester Marianne und der Haushälterin, die sich um die beiden jungen Damen kümmert, seit der Vater nicht aus dem Krieg zurückgekehrt ist.

Doch schon bald muss auch Sandrine erkennen, dass ihre Welt nicht mehr die ist, die sie zu kannte. Durch einen Rettungsversuch am Fluß gerät Sandrine selbst in Gefahr, wird jedoch von Raoul gerettet, der sich der Résistance angeschlossen hat. Der Leser nimmt teil an der Entwicklung von Sandrine und erfährt mehr über die damaligen Zustände und Umstände, mit denen sich die Résistance, die Bürger und die Besatzer auseinander setzen mussten.

Eingewoben in diese Geschichte ist die des Mönchs Arinius, der sich im Jahr 342 n.Chr. auf der Flucht befand und ein Relikt mit sich trug, das er vor den Zugriffen der Kirche schützen wollte und das es galt, sicher zu verstecken. Das Relikt ist bekannt unter dem Begriff CODEX und ihm werden magische Fähigkeiten zugesprochen, wer das Relikt hat, dem soll es möglich sein, den Krieg zu gewinnen.


Und genau hier verweben sich die Fäden der beiden Handlungen, denn die Deutschen sind daran interessiert, dieses Relikt in die Hände zu bekommen,um sich somit die Macht auf alle Zeit zu sichern, hierzu bedienen sie sich aller Möglichkeiten, die von Kollaboration, Unterwanderung der Résistance,Verfolgung und Ausnutzung der Macht. Gleichzeitig ist auch der Widerstand nach der Suche des CODEX, um genau dies zu verhindern.

Und genau dieses Gefüge führt dazu, dass Sandrine sich entschließt, gegen die Besatzer zu arbeiten und den Widerstand zu unterstützen.



Sie gründet eine eigene Widerstandsgruppe und versucht alles, damit sie die anderen Gruppen unterstützt und möglichst viele Menschen vor weiterem Elend bewahren kann. Eine Frauengruppe im Widerstand war ungewöhnlich. Trotz aller Bemühungen wird Sandrine gefangen genommen und gefoltert,doch erneut gelingt es Raoul, sie zu retten. Auch weiterhin will Sandrine alles dafür tun, im Widerstand zu arbeiten. Letztendlich erreicht sie einiges und verliert doch alles.....................



Auf knapp 900 Seiten gelingt es Kate Mosse, ein eindrucksvolles Bild der Zeit darzustellen, auf die Geschichte der Häretiker einzugehen und fesselnde,authentische Geschichte zu schreiben. Insgesamt lässt sich sagen, dass diesem Roman umfangreiche Recherchen und Kenntnisse der Situation und der Gesamtumstände zugrunde liegen, was der Geschichte um Krieg, Widerstand, katholische Kirche und dem Grauen zugute kommt. Das Buch liest sich, obwohl die Einschübe aus der Zeit des Mönches Arinius das tatsächliche Geschehen unterbrechen, flüssig und interessant. Die Geschichte einer jungen Frau, die durch den Krieg schnell erwachsen werden muss, ist gut und eindrucksvoll geschrieben.


Das Cover ist passend gewählt, leichte Sepiatönung und eine Frau, die eine Karte / ein Papier in den Händen hält.


Die volle Punktzahl kann ich jedoch nicht vergeben, da mir der Hinweis auf den "Vorgänger" fehlt, aus dem sich einige fehlende Informationen ergeben.

Daher sollte der Leser vor diesem Buch, sofern er diese Informationen haben möchte, zuerst „Labyrinth“ lesen.

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